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Awa Ly „Five And A Feather“

Eines Nachts hatte Awa Ly einen Traum: Sie befand sich in einer unwirklichen, surrealen und geheimnisvollen Szenerie, umgeben von den Elementen, dem Mond, der Erde. Dort begegnete sie einer Schamanin, deren Vorfahren gleichermaßen aus Afrika und dem noch unentdeckten Amerika der Ureinwohner zu stammen schienen: Sie sprach, in einer unbekannten Sprache, schien Geschichten zu erzählen, von denen manche echt waren, andere erdacht. Es waren nicht ihre Geschichten, sondern sie empfing sie von anderen, eignete sie sich an, saugte sie in sich auf – und teilte dabei die Freude derjenigen, die sie ihr erzählt hatten. Oder sie linderte den darin enthaltenen Schmerz, half über Trauerfälle hinweg. Als die Musikerin schließlich aufwachte, war die Schamanin/Erzählerin nicht mehr da – aber ihr Geist war immer noch präsent. Weshalb Awa Ly sie zur Erzählerin ihres neuen Albums „Five And A Feather“ machte. 

Ein Albumtitel, der viele Assoziationen vereint: die Zahl Fünf, die sich auf die fünf Sinne bezieht. Auf die Weltmeere. Die Linien im Notensystem. Die Finger unserer Hände... und dazu die Feder: Das ist das magische Element, das alles verbindet. Das alles entstehen lässt. Mit einer Feder hat Awa Ly die 10 Songs dieses Album geschrieben und komponiert, und eine Feder war es auch, mit der SainaSix sie als erste schwarze Frau im Stil von Alfons Mucha – dem Jugendstil – verewigt hat (für das Cover-Artwork). Es sind zehn Songs, die einen automatisch ins Wohnzimmer ihres Elternhauses transportieren, wo Awa früh deren Schallplattensammlung auf sich wirken ließ, wo sie als kleines Mädchen schon mit Soul, mit Blues, mit afrikanischer Musik oder auch afro-kubanischen Orchestern in Kontakt kam. Auch wenn sie schließlich den samtenen Pfad des Jazz einschlagen sollte, geht Awa stets ihren eigenen Weg, indem sie traditionelle Formen aufbricht: Folk-Elemente zum Beispiel einbindet – oder viel Raum lässt für Gäste und deren Einflüsse, deren Handschriften, deren Federn. Das Kora-Spiel von Ballaké Sissoko zum Beispiel. Senza-Einlagen von Paco Sery. Den Kontrabass von Greg Cohen oder den Gesang von Faada Freddy. Die Steel-Guitar oder auch die erhu (chinesische Laute) – alles Elemente, über denen die schamanische Geschichtenerzählerin ihre Anekdoten präsentiert... 

Das gemeinsam mit Jean Lamoot und Pascal Danae – mit ihrer Band Rivière Noire Gewinner des „World Music Awards“ bei den Victoires de la Musique 2015, die u. a. schon mit Black Desire, Bashung, Salif Keita, Gainsbourg, Giberto Gil, Peter Gabriel, Ayo und Mayra Andrade gearbeitet haben – produzierte „Five And A Feather“-Album bewahrt ganz bewusst den Sound und das Feeling von Live-Sessions: Es ist dieselbe Wärme, dieselbe Direktheit, wenn die Instrumente aufeinander treffen und sich zu Teppichen verknüpfen, auf denen das zentrale Instrument dieses Album sich ausbreiten darf: Awas Stimme. Wie Tränen der Freude oder auch der Trauer lässt sie ihre Worte fallen – und umkreist dabei immer wieder die Liebe, die unterschiedlichen Formen dieses Gefühls: Mal ist es eine Liebe, die wir irgendwann unbedingt wieder spüren wollen, obwohl wir wissen, dass sie für immer verloren ist. Die Liebe, die geboren wird, zu ersticken droht und beinahe stirbt, bis doch noch jemand kommt und ihr neues Leben einhaucht. Die Liebe für einen geliebten Mitmenschen: einen Freund („Friendship“). Da wäre auch „Let Me Love You“ mit seiner Liebe, die einen verrückt macht – oder das unmissverständliche „Will You Be Mine“ (der einzige Song übrigens, den nicht Awa geschrieben hat, sondern Slow Joe). Oder „Here“: Ein Duett mit Faada Freddy, dessen Message von Nachbarschafts- und Nächstenliebe auch an das grausame Los der Flüchtlinge erinnert, die dieser Tage auf hoher See ums Leben kommen. Leidenschaftlich, zerstörerisch, enttäuscht, romantisch, universell: die Liebe ist ganz klar das zentrale Thema von „Five And A Feather“. 

Es ist ein Album, das hauchfein gestrickt ist, wie vertonte Spitze: Nur wer ganz genau hinhört, sich wirklich drauf einlässt, wird die Details entdecken können. Das Album „Five And A Feather“ erscheint am 24. Februar 2017 bei Naive/Indigo. 

Artist: Awa-Ly

Album: Five and a Feather

VÖ: 24.02.2017

Label: Naive

Vertrieb: Indigo


Live:

01.04. Bonn - Over the Border Festival

21.04. Hannover – Pavillion

22.04. Köln - Barinton

23.04. Berlin - Auster Club

24.04. Hamburg - Kleiner Donner

25.04. Frankfurt – Brotfabrik

26.04. Freiburg – Jazzhaus

27.04. München – Feierwerk

28.07. Lörrach / Stimmen Festival

29.04. Saarburg - KlturGießerei


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