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Clock Opera "Venn"

„Venn“ heißt das zweite Album von Clock Opera, mit dem sich die gefeierte Band aus UK am 10. Februar 2017 zurückmeldet. Auf ihrem kommenden „Venn“-Album klingen Clock Opera – Guy Connelly (Gesang, Gitarre, Sampler), Andy West (Bass, Gitarre), Che Albrighton (Schlagzeug) und Nic Nell (Keyboards, Gesang) – düsterer und abgründiger als auf ihrem Debütalbum „Ways to Forget“ (2012), dabei ist die Mischung aus eindringlichem Alt-Gesang, minimalistischen Bass/Schlagzeug-Arrangements und makelloser Produktion nach wie vor das Markenzeichen dieser Band.

Nur ist die Stimmung insgesamt eben doch eine andere, was am Kernthema liegt: „Weite Teile des Albums handeln nun mal von Themen wie Verlust, von Löchern, von Dämonen und dem Hinterfragen der eigenen Identität“, berichtet Connelly. „Um genau zu sein, war es eine Fehlgeburt, die viele der neuen Stücke inspiriert hat. Und die meisten anderen Songs umkreisen die Folgen, die diese Fehlgeburt nach sich ziehen sollte.“ Obwohl es also ganz klar um Trauer und negative Gefühle geht, spielt Optimismus auf „Venn“ eine genauso große Rolle wie die Dämonen und die Schatten des Erlebten – Bedrohung und Euphorie gehen hier gewissermaßen Hand in Hand. Wie der Titel schon andeutet – er bezieht sich auf Venn-, also Mengendiagramme –, geht es der Band gerade um „diese Schnittstellen, den gemeinsamen Teil: Um das Loch in der Mitte.“ 

Schon die gewichtige, um Leerstellen gestrickte Produktion des Eröffnungstracks „In Memory“ – ein Stück darüber „die eigene Identität zu hinterfragen – und darüber, auf welcher Basis man von anderen beurteilt wird: wer du bist, oder wer du mal warst, oder wer du mal werden solltest, oder wer du wahrscheinlich mal werden wirst“ – gibt den Ton an und dreht sich um das zentrale Thema Verlust, die damit verbundene Fassungslosigkeit. Dass Clock Opera neben den hausgemachten Sample-Welten (wie auf ihrem Debüt) dieses Mal auch auf ominöser wirkende Stimmungen setzen und zugleich die Beats mehr in den Vordergrund rücken, liegt auf der Hand: die hypnotischen Kirchenglocken-Loops von „Changeling“ entstanden z.B. in Deutschland, als die Band gerade einen konzertfreien Tag während der letzten Tour hatte. Über dem komplexen Rhythmusgebilde klingt der Schock von Connelly noch eindringlicher, weil sein intimer Gesang den ultimativen Gegenpol darstellt. Die erste Single „Whippoorwill“ pocht wie eine offene Wunde, während es inhaltlich um die Mythen und Legenden geht, die man der Schwarzkehl-Nachtschwalbe, wie der namensgebende Vogel im Deutschen heißt, nachsagt: Es sind Vögel, die nach dem Tod die Seelen der Verstorbenen beherbergen sollen. Neben dem Kampf ums Loslassen spielen auf „Hear My Prayer“ auch religiöse und spirituelle Themen eine Rolle: Es geht darum, die Kontrolle an eine äußere Gewalt abzutreten. Diese Themen und die „düstere Begrenztheit der Freiheit“ werden durch Connellys extrem zurückgehaltene Stimme und das vom „Recht aufs Vergessenwerden“ inspirierte „Ready Or Not“ noch deutlicher, wenn sich Klangsplitter, -scherben und -kristalle über einem arrhythmischen Fundament formieren. Sehr viel politischer klingen Clock Opera auf „Dervish“, bei dem sich elektrifizierte Glitches über einer schwermütigen Melodie breit machen, die vom Bild eines türkischen Derwisch inspiriert ist, der während eines Protests in Istanbul zu tanzen beginnt...  

Zum Schluss von „Venn“ heißt es „When We Disappear“ – und aus dem Wehklagen wird schließlich wieder ein Hoffnungsschimmer: einer geht, andere kommen. „I’m a drop in the ocean, I’m an ear on the plain. Are we the ones we’ve been waiting for?“ Ein eindringliches und doch hoffnungsvolles Finale eines Albums, das nach dem Verlust die unterschiedlichen Stationen der Trauerarbeit in Songs nachzeichnet. Aufgenommen im Sommer 2015 sowohl zu Hause als auch in den Squarehead Studios in Kent mit Kristopher Harris (Bear’s Den, Smoke Fairies, Matthew & The Atlas, Story Books), schließen Clock Opera auf „Venn“ mit einem tragischen Kapitel ab – und bewegen sich zugleich auf spannendes musikalisches Neuland. 

Artist: Clock Opera

Album: Venn

VÖ: 10.02.2017

Label: League Of Imaginary Nations

Vertrieb: !K7/ Indigo


Live-Termine:

29.03.17 Zürich - Hafenkneipe

06.04.17 Dortmund, Sissikingkong

07.04.17 Lorrach, Between the Beats Festival

08.04.17 Frankfurt, Zoom

09.04.17 München, Milla

10.04.17 Hamburg, Prinzenbar

11.04.17 Berlin, Berghain Kantine

12.04.17 Köln, Artheater


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clockopera.com

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