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Penguin Cafe Orchestra "Union Cafe"

Das britische Label Erased Tapes hat die besondere Ehre, noch in diesem Jahr das letzte Studioalbum des Penguin Cafe Orchestra als exklusive Neuauflage veröffentlichen zu können: Pünktlich zum 20. Todestag von Bandgründer Simon Jeffes erscheint Union Cafe am 1. Dezember 2017 – erstmals auf Vinyl!

Alles begann im Jahr 1972 in Südfrankreich: Simon Jeffes hatte sich dort eine schwere Lebensmittelvergiftung zugezogen, und neben den unschönen Folgen resultierten die damit verbundenen lebhaften Träume in der Vision eines dystopischen Zukunftsszenarios, woraufhin ihm die Idee des Penguin Cafe kam: Ein harmonischer, anmutiger Ort, an dem die einzigartige Musik des gleichnamigen Orchesters zu hören ist – als Gegenpol zur erdrückenden Dunkelheit, den brutalen Betonbauten, die sonst in Jeffes’ Vision tonangebend waren. In den 25 Jahren danach sollte Simon diese Vision vertonen: Sein Penguin Cafe Orchestra brachte Licht, Harmonie und Lebensfreude in eine sonst vom Lärm dominierte Welt. Leider löste sich das einstige Orchestra nach seinem Tod im Jahr 1997 auf, doch führte sein Sohn Arthur schließlich seine Arbeit weiter, als er die Türen dieses magischen Ortes wieder aufsperrte und damit begann, unter dem Namen Penguin Cafe das Erbe seines Vaters weiterleben zu lassen... 

Dieses zweite Kapitel begann in der Londoner Union Chapel im Jahr 2007, wo Arthur und die verbleibenden Originalmitglieder von PCO zum 10. Todestag Simons zusammenkamen. Auch in diesem Jahr, eine weitere Dekade später, wird sich Penguin Cafe in der Union Chapel vor dem Werk des Gründers verneigen: Am 11. Dezember 2017 präsentieren sie dort das gesamte Union Cafe-Album live – eine Zusammenkunft von allen, die Teil dieser magischen Welt waren und immer noch sind. 

Union Cafe war das fünfte und letzte Studioalbum des Penguin Cafe Orchestra. Ursprünglich wurde es im Jahr 1993 nur als Audiokassette und CD veröffentlicht, doch mit der nun erscheinenden Neuauflage wird es erstmals auch auf Vinyl erhältlich sein, so dass neue und alte Fans eine weitere Gelegenheit bekommen, dieses einzigartige Album entdecken zu können. 

„Der erste Song von Union Cafe, den ich unwissentlich zu Ohren bekommen hatte, war Nothing Really Blue: Arthur und seine Nachfolger-Band Penguin Cafe spielten ihn im Sommer 2016 im Barbican. Er kündigte ihn schlicht mit den Worten ‘jetzt noch ein Stück von meinem Dad’ an, woraufhin ich mir den ganzen Abend lang darüber den Kopf zerbrach, von welcher Platte dieses Stück nun stammte... Erst ein ganzes Jahr später, im Sommer 2017, zeigte mir Arthur dann die letzten Studioaufnahmen, die sein Vater gemacht hatte. Union Cafe ist ein Album, das irgendwie an mir vorbeigegangen ist, wahrscheinlich einfach deshalb, weil’s nicht auf Vinyl verfügbar war wie die anderen Platten, die ich über die Jahre gesammelt hatte. Ein echtes Privileg war das: Jetzt noch ein weiteres PCO-Album entdecken zu dürfen. Also setzte ich meine Kopfhörer auf und legte mich ans Ende des kleinen Sees im Victoria Park, um einzutauchen in diesen Schatz: So wie bei allen Aufnahmen von Simon, tat sich vor meinen geschlossenen Augen sofort eine ganze Welt auf – eine Welt voller Wunder, voller Liebe; eine Welt, die mir Tränen in die Augen treibt und mir einen Schauer über den Rücken schickt, mich zum Lächeln bringt. Scherzo And Trio wurde schließlich zu jenem Stück, das mir einfach immer gute Laune macht, ganz gleich, wie grau London an manchen Tagen sein kann. Organum war bald darauf jenes Stück, das Arthur bei meiner Hochzeit spielen sollte. Cage Dead mit seinem Déjà vu-Beigeschmack wurde schließlich zur Titelmelodie für eine Reihe von Live-Sessions mit Künstlern aus allen Ecken der Welt, die in der Sound Gallery auftreten sollten, unserer neuen Adresse in der Victoria Park Road. Songs wie Silver Star Of Bologna und Kora Kora, wie alle Klassiker von PCO, fühlten sich sofort vertraut an, obwohl ich sie nie zuvor gehört hatte. Lie Back And Think Of England klang wie das Werk eines großen Komponisten und dabei doch irgendwie fremdartig: So fragte ich mich, ob Simon damals gerade ein ganz neues Abenteuer für sein Orchestra plante. Passing Through erinnerte mich schließlich daran, wie angesagt es bei Bands in Neunzigern doch war, einen Hidden Track aufs Album zu packen – aber ein Album ausklingen zu lassen mit dem Geräusch von Wasser, das aus einem Waschbecken tropft, bis aus dem Chaos ein klangliches Muster entsteht und dann plötzlich Schluss ist, ja, das ist auf jeden Fall die schönste Verabschiedung, die ich mir denken kann.“ – Erased Tapes-Labelgründer Robert Raths

„Union Cafe war das letzte Studioalbum, das die Originalbesetzung des Penguin Cafe Orchestra aufgenommen hat. Es markierte einen Schritt zu einem ganz klar englisch-pastoralen Sound, in dem größere Streicher-Arrangements auf längere Solo-Klavierstücke trafen. Mit diesem letzten Album kamen sie der Kernidee des PCO noch näher, obwohl diese auf das schier Unmögliche abzielt: intellektuell anspruchsvolle, zeitgenössische Musik zu machen – die zugleich auch noch schön klingt. Für mich war es immer ein Kandidat, wenn ich mein persönliches Lieblingsalbum von ihnen auswählen müsste, und die Tatsache, dass es nie auf Vinyl erschienen ist, hat wohl eher damit zu tun, wie sich die Dinge nun mal entwickelten in den frühen Neunzigern... es war also eher den Umständen, dem Zufall geschuldet und keine bewusste Entscheidung dagegen. So gesehen berichtigt diese Veröffentlichung ein Versäumnis von damals. Da sich diese Stücke so langsam aufbauen, kann man sich wirklich sehr gut darin verlieren, und Vinyl ist dafür natürlich das perfekte Format.“ – Arthur Jeffes

Freundlicherweise hat Arthur es uns ermöglicht, für diese besondere Neuauflage das Bild, das auf dem Originalcover von Union Cafe zu sehen ist und das heute in seinem Heimstudio im Norden Londons hängt, ein Werk seiner Mutter Emily Young, vom Erased Tapes-Stammfotografen Alex Kozobolis einfangen zu lassen.


Artist: Penguin Cafe Orchestra 

Album: Union Cafe

LABEL: Erased Tapes   

Vertrieb: Indigo/ Finetunes 

VÖ: 1. Dezember 2017  


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