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Denai Moore "We Used To Bloom"

„Ich denke, ich bin eine bessere Version meiner selbst, nun, da ich dieses Album gemacht habe“, befindet Denai Moore. „Es wäre so viel leichter gewesen, ganz schnörkellos ein Album aufzunehmen. In meinen Augen ist es jedoch sinnlos, etwas ohne die Absicht zu beginnen, am Ende eine bessere Version von sich selbst geworden zu sein“. Moore war noch ein Teenager, als ihre musikalische Karriere begann. Nach Auftritten bei Open Mic Nights brachten sie die außergewöhnliche Natur und Klangfarbe ihrer Stimme schon bald auf größere Bühnen. Bereits ihre Debüt-EP „Faudade“ (2013) bescherte ihr einen Auftritt bei Jools Holland, und spätestens nach ihrem gefeierten Debütalbum „Elsewhere“ (2015) rissen sich namhafte Kollegen wie Plan B, SBTRKT, JMSN, Mr Mitch, Mura Masa und Astronomyy geradezu darum, mit ihr zu kollaborieren. „Ich konnte gar nicht glauben, was alles passierte“, erinnert sich die heute 23-Jährige. „Mit den Sendungen von Jools bin ich aufgewachsen; Plan B war etwas, das wir im Gesangsverein sangen. Es war surreal.“

Trotzdem – oder gerade deshalb – waren die darauffolgenden Jahre eine Phase intensiven und zeitweilig schmerzvollen Wachstums für die in Jamaika geborene und im Londoner Stadtteil Stratford aufgewachsene Moore, eine Erfahrung, die sie auf ihrem neuen Album „We Used To Bloom“ mit schonungsloser Offenheit dokumentiert. Die 10 Songs zeigen eine junge Frau, die sich über die Welt und ihren Platz darin Gedanken macht, zugleich kartographieren sie Moores sich entwickelnde Beziehung zu sich selbst, zwischen Selbstbewusstsein und Selbstbild, von einer anfänglich lähmenden Angst, ihren perfektionistischen Ansprüchen nicht genügen zu können zu einem neu gefundenen Glücksgefühl, eben dies nicht zu müssen – und sich stattdessen so zu akzeptieren, wie sie ist. 

„Es bewegt sich weg von Performance und Perfektion“, kommentiert Denai Moore ihren neu gefundenen Tonus, „dadurch fühlt es sich sehr nah an. Ich klinge auf dem Album wesentlich präsenter, präsenter in mir selbst. Ich glaube, ich bin eine Menge gewachsen.“ Wachstum ist insgesamt ein wiederkehrendes Motiv dieses Albums, das sich auch im Albumtitel „We Used To Bloom“ wiederfindet: „Blühen und Sprießen ist etwas, das ich damit verbinde, jünger zu sein. Jetzt, wo ich älter bin, beginne ich wirklich, mich als Person zu verstehen. Früher blühten wir, jetzt wachsen wir“.

Bemerkenswert an Denai Moores Musik bleibt dabei, wie sie sich jeglichen Genre-Einengungen widersetzt – es gibt R&B-Einflüsse, sicher, daneben jedoch merkt man den von Produzent Steph Marziano produzierten Songs Denais Liebe zu Folk und Soul an, zu Bon Iver, Feist und Solange, zu Sufjan Stevens’ „The Age of Adz“ und dem klanglichen Reichtum von Beyoncés „Lemonade“, der Tatsache, „dass Kanye West nie zweimal dasselbe Album aufnahm“ und der Art, wie St Vincent „das Konzept eines Lead-Gitarristen wirklich neu erfand“. Und dann gibt es da noch das Mädchen, das an der Seite ihres Vaters, eines Session-Musikers, das Klavierspiel erlernte, das schon in jungen Jahren eine Gitarre ergriff und dazu sang und das seine Kindheit in Jamaika verbrachte, umgeben von der Gospelmusik der örtlichen Kirchen – Klänge, die bis heute nachhallen und sie beeinflussen, wie sie sagt – nun, da Denai Moore nicht mehr blüht, sondern wächst. 

Artist: Denai Moore

Album: We Used To Bloom

VÖ: 16.06.2017

Label: Because

Vertrieb: Warner Music


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